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Spielen macht Schlau

Spielen macht Spass : Artikel von Svenja Suda und Natascha Wandersleb, WAZ vom 29/05/2013

Auf die Plätze, fertig, los! Ran an die Spiele!

Spielen macht Schlau1 (2)Beim Anblick der ferrari-roten Flitzer ist kein Halten mehr: In Null-Komma-nichts stürmt die Kurze mit dem dunklen Lockenzopf zu den Bobbycars, die vor der St.-Lamberti-Kirche geparkt sind – noch. Denn auch ein Knirps steht in den Startlöchern, steuert ein weiteres Kindermobil an. Der Mini-Vettel und seine Gefährtin mit dem Blümchen-Haarreif in Rosa – schließlich will die junge Dame auch am Steuer eine adrette Figur machen – kommen ruckzuck auf Touren. Da könnte eine Nanny namens Flimmerkiste einpacken . . .

Motto: „Spielen macht schlau“

Das gilt auch für die anderen Angebote, die neun katholische Kindergärten und das „Kinderzimmer“ für den „Weltspieltag“ zusammengestellt haben. Vor der Propsteikirche St. Lamberti gingen nicht moderne Freizeitvergnügungen, die per Elektronik blinken, hupen, sprechen oder sich bewegen, an den Start. Im Gegenteil: Leise Klassiker machten das Rennen bei den Organisatoren aus den Einrichtungen des Kita-Zweckverbandes in Essen: Gummi-Twist, Hula-Hoop-Reifen, Fadenspiele, Schminken und andere Spiele, die Mädchen und Jungen seit Generationen lieben.

Da konnten sich selbst die Erwachsenen nicht bremsen. So bot sich denn in aller Frühe, noch bevor die Kinder gruppenweise aus allen Richtungen in Sternmärschen anrückten, ein drolliges Bild: Ausgelassene Erwachsene, die wieder zu Kindern wurden und auf Gummibändern hopsten. „Da mussten wir schon überlegen, ob wir drauftreten oder wann wir springen“, erzählt Iris Rottmann von der Kita St. Michael lachend. Sie freut sich: „Die alten Spiele sind nur verschütt gegangen, aber nicht vergessen!“

Und siehe da: Das erfahrene Organisationsteam hatte auf die richtigen Spiele getippt – die Kindergarten-Schützlinge sind mit Feuereifer bei der Sache, probieren hier und dort etwas aus, lassen sich schminken oder etwas erklären.

Alljährlich am 28. Mai stellen die hiesigen Einrichtungen einen „Weltspieltag“ auf die Beine – „es ist jetzt das dritte Mal,“ sagt Iris Rottmann. Und sie ist überzeugt davon: Weitere Auflagen der Veranstaltung werden folgen. „Spielen macht schlau“, behauptet die jüngste Aktion. Rottmann erläutert: „Wenn ein Kind sich selbst entwickelt und selber etwas ausprobiert, kann es aus eigener Erfahrung lernen.“

Praxis statt Theorie – mit Nebeneffekten: Der Nachwuchs kommt ‘raus aus dem Kinderzimmer, bewegt sich, kann Kontakte knüpfen und alle Sinne trainieren. Dabei ist es Rottmann wichtig: Der Weltspieltag solle keine Gegenbewegung zum Computer-Zeitalter sein: „Sowohl der PC für die Beschäftigung drinnen als das Auspowern draußen sollen Raum haben. Das Gleichgewicht muss stimmen. “

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